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RadG – Berliner Radverkehrs-Gesetz

§ 14 Radschnellverbindungen

1 Leave a comment on paragraph 1 0 (1) Radschnellverbindungen sind Verbindungen im Radverkehrsnetz, die wichtige Quell- und Zielbereiche mit entsprechend hohen Potenzialen über größere Entfernungen verknüpfen und durchgängig ein sicheres und attraktives Befahren mit hohen Reisegeschwindigkeiten ermöglichen.
(2) Es sollen mindestens 100 km Radschnellverbindungen errichtet werden. Die Mindestlänge von Radschnellverbindungen soll fünf Kilometer betragen. Sie kann in mehreren Bauabschnitten erreicht werden.
(3) Radschnellverbindungen sollen getrennt vom Fußverkehr geführt werden, sie sind auf eigenständigen Sonderwegen, in Fahrradstraßen oder vom motorisierten Verkehr getrennt in Straßen zu führen. Der eigenständige Sonderweg ist die bevorzugte Führungsform.
(4) Radschnellverbindungen sind durch besondere Qualitätsstandards der Linienführung, der Netzverknüpfung, der Ausgestaltung und begleitenden Ausstattung sowie der Erkennbarkeit gekennzeichnet. Näheres regelt der Radverkehrsrahmenplan.
Begründung:

2 Leave a comment on paragraph 2 0 Zu Absatz 1 und 2

3 Leave a comment on paragraph 3 0 Bisher ist die Kategorie der Radschnellverbindungen weder in der StVO noch in den Regelwerken wie der ERA festgelegt. Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), Herausgeberin der RIN und ERA, hat bereits ein Arbeitspapier zu „Einsatz und Gestaltung von Radschnellverbindungen“ (2014) herausgegeben, das den nächsten ERA vorgreift und diese Kategorie aufführt. Radschnellverbindungen werden für das Zurücklegen von längeren Strecken und damit insbesondere für die Anbindung der Zentren und zentralen Orte an die Peripherie und das Umland benötigt. Radschnellverbindungen sollen auch auf das Befahren mit Fahrzeugen i.S.d. § 1 Abs. 3 StVG (z. B. E-Bikes) ausgelegt sein und das Fahrrad für Pendlerinnen und Pendler als Alternative zum Auto attraktiv machen. Radschnellverbindungen schaffen echte Alternativen für die Außenbezirke, laden zum Umstieg vom Auto ein und reduzieren damit die Staugefahr für Menschen, die auf das Auto angewiesen sind. Um diese Funktionen einer Radschnellverbindung zu erfüllen, soll eine Radschnellverbindung eine Mindestlänge von 5 km aufweisen. Die Einrichtung kann sukzessive in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Gemäß ihrem Zweck zur Verbindung von Start- und Zielbereichen mit großem Pendleraufkommen sollen sich die Radschnellverbindungen an den Pendlerströmen orientieren. Ihr Verlauf ist so zu planen, dass möglichst viele dieser Start- und Zielbereiche sinnvoll miteinander verbunden werden.

4 Leave a comment on paragraph 4 0 Zu Absatz 3

5 Leave a comment on paragraph 5 0 Die Attraktivität insbesondere für Pendlerinnen und Pendler und andere Verkehrsteilnehmende mit langen Reisewegen lässt sich zum einen durch die Streckenlänge und -führung der Radschnellverbindungen, zum anderen über die Beschaffenheit erreichen. Bei der Ausweisung bzw. der Errichtung ist es wichtig, dass Radverkehrsverbindungen möglichst direkt und steigungsarm gestaltet sind, um den Kraftaufwand zu minimieren. Auf Radschnellverbindungen soll ferner ein zügiges Vorankommen auf längeren Distanzen möglich sein, ohne Behinderungen durch den Kfz-Verkehr. Der Sonderweg soll die bevorzugte Führungsform sein, auf diesen sind Kraftfahrzeuge nicht zugelassen, kreuzende Verkehrswege sollen nicht auf einer Ebene geführt werden. Behinderungen und Hemmungen des Flusses für den Verkehr auf Radschnellverbindungen sind zu minimieren.
Bezüglich der Beschaffenheit ist für einen Fahrbahnbelag zu sorgen, der auch bei Nässe und Schnee leicht und sicher befahrbar und nachhaltig gegen Wurzelschäden und Ähnliches geschützt ist. Als Orientierung kann die Richtlinie aus den ERA (ERA 95, S. 84 f.) für den Neubau von Landstraßen dienen, wonach der Belag eben sein, einen geringen Rollwiderstand aufweisen und die nötige Griffigkeit auch bei schlechter Witterung bieten soll.

6 Leave a comment on paragraph 6 0 Zu Absatz 4

7 Leave a comment on paragraph 7 0 Jede Spur eines Radschnellwegs soll mindestens 2 m breit sein, um ein sicheres Überholen und die Nutzungsqualität für verschiedene Fahrgeschwindigkeiten und nutzungsberechtige Fahrzeuge zu gewährleisten. Neben normalen Fahrrädern gehören zum Spektrum der Nutzungsgruppen z. B. E-Bikes, Lastenräder und Elektrorollstühle (vgl. § 1 Abs. 3 StVG). Radschnellwege sollen in der Regel so angelegt werden, dass die Spuren für beide Fahrtrichtungen nebeneinander verlaufen, d. h. sie sollen insgesamt eine Breite von 4 m aufweisen. Sollte die Nebeneinanderführung der Fahrtrichtungen nicht möglich sein, z. B. aufgrund von zu schützenden Baumbeständen oder städtebaulichen Merkmalen, kann eine getrennte Führung erfolgen. In Ausnahmefällen, wie z. B. an Brücken oder Unterführungen, kann die Mindestbreite unterschritten werden.
Für die Wiedererkennbarkeit einzelner Radschnellwege sollen sie spezifisch gekennzeichnet oder nummeriert sein. Sie sollen ausreichend beleuchtet sein.

Source: https://gesetz.volksentscheid-fahrrad.de/?p=297&replytopara=4