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RadG – Berliner Radverkehrs-Gesetz

§ 10 Berliner Radverkehrsnetz

1 Leave a comment on paragraph 1 0 Kapitel III Maßnahmen zum Ausbau und Erhalt des Radverkehrsnetzes

2 Leave a comment on paragraph 2 1 (1) Die Entwicklung und Herstellung eines Radverkehrsnetzes soll bis zum Jahr 2030 erfolgen. Das Radverkehrsnetz soll insbesondere Wohngebiete und Arbeitsstätten, kulturelle, soziale und Gesundheitseinrichtungen, Einkaufs- und Sportzentren sowie Erholungsgebiete verkehrlich miteinander verknüpfen, auf geeignete Anschlusspunkte zum Berliner Umland wird geachtet. Es soll den verkehrlichen und wirtschaftlichen Erfordernissen entsprechende schnelle, bequeme und sichere Verbindungen bieten. Das Radverkehrsnetz besteht aus allen Radverkehrsanlagen und für den Radverkehr ausgewiesenen Straßen und Wegen.
(2) Das Zielnetz für den Radverkehr nach Absatz 1 wird durch einen Netzplan beschrieben. Der Netzplan ist von der Verwaltung binnen eines Jahres nach in Kraft treten des Gesetzes zu erarbeiten. Der Netzplan wird im Radverkehrsplan verankert. Standards und Ausnahmen zur Erschließung durch das Radverkehrsnetz werden zunächst im Radverkehrsrahmenplan festgelegt und dann in den folgenden Radverkehrsplänen fortgeschrieben. Im Netzplan sind wichtige Verbindungen, die noch ohne Radverkehrsinfrastruktur und ohne Alternativrouten sind sowie stark genutzte Routen in schlechtem Zustand, als prioritär umzusetzende Netzausbauabschnitte auszuweisen.

3 Leave a comment on paragraph 3 0 Begründung:

4 Leave a comment on paragraph 4 0 Zu Absatz 1

5 Leave a comment on paragraph 5 0 Die Errichtung eines Berliner Radverkehrsnetzes bis zum Jahr 2030 ist explizites Ziel des Fahrradgesetzes. Für die Errichtung eines solchen Radverkehrsnetzes soll auf der bestehenden Radinfrastruktur aufgebaut werden, mit den neuen Radverkehrsinfrastrukturen soll das angestrebte Radverkehrsnetz geschaffen werden. Das Radverkehrsnetz soll aus Radverkehrsanlagen an Hauptstraßen, Fahrradstraßen, für den Radverkehr vorgesehene Nebenstraßen und Radschnellwegen bestehen sowie geeignete Anschlusspunkte an das Umland, an Radfernwege und an touristische Routen beinhalten. Das Radverkehrsnetz soll über die Bezirksgrenzen hinaus lückenlos und einheitlich gestaltet sein sowie aus wiedererkennbaren, übersichtlich ausgewiesenen Routen bestehen.
Die Routen für das Radfahren sollen sich einfach planen lassen; die Verkehrswege sind übersichtlich, eben und verlaufen möglichst direkt; wichtige Ziele (Schulen, Wirtschaftszentren, Kultureinrichtungen, Verkehrsknotenpunkte usw.) lassen sich komfortabel und sicher erreichen. Das Radverkehrsnetz orientiert sich auch an den Pendlerströmen und besteht, analog zum Autostraßennetz, aus Unternetzen verschiedener Qualitäten für unterschiedliche Nutzungsanforderungen. Ein Unternetz aus Fahrradstraßen ist für die Aufnahme und Verteilung des Radverkehrs gedacht. Hiermit sollen zentrale Punkte – z. B. Museen, Sehenswürdigkeiten, Einkaufsstraßen – sowie Bildungs- und Freizeiteinrichtungen erschlossen werden. Die Fahrt zu diesen Orten mit dem Fahrrad soll für alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere auch für jüngere und ältere Personen, sicher und attraktiv sein. Dieses Unternetz wird durch das Netz von Radverkehrsanlagen an Hauptstraßen ergänzt, um flächendeckend eine direkte und attraktive Verkehrswegführung zu gewährleisten. Radschnellwege bieten als Teil von Radschnellverbindungen eine Anbindung der Randbezirke an das Stadtzentrum und ermöglichen das rasche Zurücklegen längerer Distanzen. Als Zubringerwege für den Radverkehr sollen sie die Radfahrer an den Außenbezirken und aus dem Umland aufnehmen und in die Netze aus Fahrradstraßen und Radverkehrsanlagen an Hauptstraßen leiten. Bei der Netzplanung sollte daher auf geeignete Anschlusspunkte an das Berliner Umland geachtet und dazu um eine Abstimmung mit den betreffenden Brandenburger Verwaltungen ersucht werden. Der Fahrradtourismus wächst in Berlin an Bedeutung. Daher sollten bei der Netzgestaltung insbesondere auch die touristischen Routen, z. B. der Berliner Mauerweg, und Radfernwege auf geeignete Weise integriert werden. Hauptkriterien für die Netzqualität sind die Erreichbarkeit von Zielen – z. B. zentrale Punkte und Geschäftszentren –, die Reisegeschwindigkeit und die Entfernung zu Haltestellen des öffentlichen Verkehrs bzw. zu Radverkehrsanlagen (siehe dazu die Standardwerke „Richtlinien für integrierte Netzgestaltung“ (RIN) und die „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (ERA)). Weitere Vorgaben, etwa zur Dichte und zum Anschluss von Wohngebäuden, sollen im Radverkehrsrahmenplan konkretisiert und festgeschrieben werden. Das Radverkehrsnetz auf Nebenstraßen soll dabei mindestens dem Umfang des heutigen Haupt- und Ergänzungsroutennetzes entsprechen.

6 Leave a comment on paragraph 6 0 Zu Absatz 2

7 Leave a comment on paragraph 7 0 Das geplante Radverkehrsnetz (Zielnetz) soll entsprechend den Vorgaben des Absatzes 1 in einem Netzplan binnen eines Jahres erarbeitet und beschrieben werden. In diesem Netzplan sind prioritäre Projekte kenntlich zu machen und auszuweisen, um Verbesserungen für den Radverkehr auf wichtigen Routen schnell zu erreichen. Gezielt sollen dabei Missstände auf wichtigen Verbindungen abgestellt werden. Der Netzplan wird in den Radverkehrsplan integriert und dient als wesentliche Arbeitsgrundlage. Auch das Vorrangnetz nach § 11 wird im Netzplan als Vorrangnetz ausgewiesen.

Source: https://gesetz.volksentscheid-fahrrad.de/?p=305/